Arzthaftung bei unerwünschter Information einer Geschiedenen über Krankheit ihres geschiedenen Ehemanns

OLG Koblenz, 31.07.2013, 5 U 1427/12

 

Das OLG Koblenz hat die Haftung eines Arztes für psychische Beschwerden wie Depressionen und massiver Zukunftsangst einer geschiedenen Frau bejaht. Der Arzt hatte ihr mitgeteilt, dass der Patient, ihr geschiedener Ehemann, an Chorea Huntington leide, die Krankheit tödlich und unheilbar sei und eine 50% Wahrscheinlichkeit bestehe, dass auch die gemeinsamen Kinder an der Erbkrankheit litten. Seither leidet die Frau an psychischen Beschwerden. Stellt ein Arzt bei einem Elternteil eine unheilbare, tödliche Krankheit mit 50%-iger Vererbungswahrscheinlichkeit fest, ist er selbst dann nicht befugt, dies dem anderen Elternteil mit Blickrichtung auf die gemeinsamen, noch minderjährigen Kinder mitzuteilen, wenn diesem die Gesundheitsfürsorge obliegt.