Keine Haftung eines Krankenhauses für eine verzögerte Therapie ohne Kausalität für die Beeinträchtigungen

OLG Düsseldorf, 13.01.2005, 8 U 18/04

 

Ein Patient hat nach allgemeinen prozessualen Grundsätzen im Rahmen eines Rechtsstreites den Nachweis zu führen, dass dem verantwortlichen Personal bei der medizinischen Versorgung ein zumindest fahrlässiges Fehlverhalten unterlaufen ist, das eine bestimmte gesundheitliche Beeinträchtigung hervorgerufen hat. Wenn sich nicht feststellen lässt, dass die Verzögerung der indizierten physikalischen Therapie ursächlich für die von dem Patienten beklagten körperlichen Beeinträchtigungen ist, sind Versäumnisse bei der Organisation einer kurzfristigen Rehabilitationsbehandlung nicht geeignet, eine Haftung eines Krankenhauses zu begründen. Nichtursächlichkeit der Behandlungsverzögerung ist anzunehmen, wenn selbst bei Annahme einer zügig erfolgten Rehabilitationsmaßnahme ein weitergehender als der eingetretene Erfolg nicht als sicher unterstellt werden kann.