Keine Arzthaftung infolge des Unterlassens weiterer Befunderhebung bei einer Vorsorgeuntersuchung

OLG Hamm, 17.09.2013, 26 U 88/12

 

Die Wertung einer objektiv unrichtigen Diagnose als Behandlungsfehler setzt eine vorwerfbare Fehlinterpretation der erhobenen Befunde voraus Es stellt sich daher nicht als behandlungsfehlerhaft dar, wenn ein Arzt bei der Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung eines Mammakarzinoms auf einen Hinweis der Patientin, sie habe eine Verhärtung in der Brust ertastet, nicht eingeht, wenn der Arzt selbst einen Tastbefund erhoben hat, der ihn nicht zu einer weiteren Befunderhebung veranlasst hat. Aus Sicht des Arztes bestand dann auf der Grundlage seiner Bewertung gerade keine Veranlassung zu einer weiteren Befunderhebung.