Arzthaftung bei Refixierung von Fußknochen

OLG Koblenz, 15.05.2013, 5 U 1528/12

 

Der Arzt haftet nicht für eine den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft entsprechende, allerdings nicht alternativlose Materialwahl zur Refixierung von Fußknochen. Auch für den Bruch eines Kirschnerdrahtes und die unterbliebene sofortige Entfernung des abgebrochenen Drahtteils haftet der Arzt nicht, wenn hierfür keine akute Indikation bestand. Der Arzt haftet daher nicht, wenn ein regelgerechtes Verhalten vorliegt und ärztliche Fehler seinerseits zu verneinen sind, weil die Behandlung des Patienten mit den medizinischen Gegebenheiten korrespondiert hat. War die Diagnosestellung auf Seiten des Arztes ohne weiteres vertretbar, so kann daran ein haftungsbegründender Verschuldensvorwurf nicht anknüpfen