Haftung eines Zahnarztes für das Einsetzen eines zu großen Implantats

OLG Koblenz, 25.11.2013, 5 U 1202/13

 

Ein Zahnarzt hat ein zu großes Implantat durch eine falsche Längenbestimmung gewählt und beim Patienten eingebracht. Dies verursachte beim Patienten 6-tägige starke Nervenschmerzen und hiernach zu einer dauerhaften Gefühlsbeeinträchtigung im Behandlungsbereich. Das Gericht hielt hierfür ein Schmerzensgeld von 5.000 Euro für angemessen. Die Intensität der, wenn auch nur kurzzeitigen, Schmerzen sowie die Dauer der Beeinträchtigungen durch Gefühlsstörungen bei fortbestehender Ungewissheit über deren Ende begründen nach Ansicht des Gerichts die Angemessenheit des Schmerzensgeldes. Dem Gericht kommt bei der Bemessung des Schmerzensgeldes ein Ermessen zu, da es ein "angemessenes" Schmerzensgeld festzusetzen hat. Der Ermessensspielraum ist auch im Berufungsverfahren zu respektieren.