Tierarzthaftung aufgrund groben Behandlungsfehlers an Dressurpferd

OLG Hamm, Urteil vom 21.02.2014, Az.: 26 U 3/11

 

Im Falle eines groben Behandlungsfehlers tritt auch im Bereich der Tiermedizin eine Umkehr der Beweislast ein. Ein Tierarzt, der bei einem wertvollen Dressurpferd eine komplizierte Operation durchführt, handelt dann grob fehlerhaft, wenn die Erfolgsquote der Operation bei nur 50 % liegt und er den Eigentümer nicht auf dieses hohe Risiko hinweist.

 

Wenn das Pferd als Dressurpferd nach der Operation unbrauchbar ist, weil es dauerhaft lahmt und der Tierarzt nicht nachweisen kann, dass seine Operation erfolgreich war und der Schaden erst durch das spätere hengsthafte Verhalten des Pferdes eingetreten ist, so ist er dem Besitzer gegenüber zum Schadensersatz verpflichtet.