Keine grundsätzliche Mitursächlichkeit einer Vorerkrankung für tödliche Sepsis im Krankenhaus

OLG Karlsruhe, Urteil vom 03.04.2014, Az.: 9 U 123/13

 

Die Mitwirkung einer Vorerkrankung bei der Verursachung des Todes ist nur anzunehmen, wenn feststeht, dass der Tod des Patienten ohne die Vorerkrankungen nicht eingetreten wäre. Der Tod eines 75-jährigen Patienten, der nach dem unfallbedingten Bruch eines Oberschenkelknochens im Krankenhaus Dekubitus-Geschwüre bekam, die zu einer tödlichen Sepsis führen, kann durch eine bereits vorhandene arterielle Verschlusskrankheit mitverursacht sein. Für den vom Krankenhaus zu erbringenden Vollbeweis einer Mitverursachung reicht dies jedoch nicht aus. Bei einem älteren Pateinten besteht generell auch ohne Vorerkrankungen bei einem stationären Krankenhausaufenthalt das Risiko von Dekubitus-Geschwüren.