Darlegung eines Haushaltsführungsschadens im Arzthaftungsprozess

OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.03.2014, Az.: 8 U 79/13

 

Zur Darlegung eines Haushaltsführungsschadens ist auszuführen, welche Arbeiten der Geschädigte im Haushalt vor dem Eintritt der durch einen ärztlichen Behandlungsfehler entstandenen Beeinträchtigungen tatsächlich ausgeübt hat und welche dieser Arbeiten aufgrund der Beeinträchtigungen nun nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich sind. Den Anforderungen an einen substantiierten Vortrag genügen der Verweis auf Tabellenwerke und eine "haushaltsspezifische MDE von 60%" sowie die Auflistung nicht weiter erläuterter Stundenpläne nicht. Es kann zweifelhaft sein, ob überhaupt ein ersatzpflichtiger Haushaltsführungsschaden entstanden ist, wenn der Geschädigte seinen Haushalt nahezu vollständig selbst erledigt. Der Ersatz von Freizeit ist nur im Falle einer überobligationsmäßigen Aufopferung ein ersatzpflichtiger Vermögensschaden.