Verjährungsbeginn von Schadensersatzansprüchen wegen fehlerhafter Aufklärung

OLG Oldenburg, Urteil vom 19.03.2014, Az.: 5 U 1/12

 

Erst bei Kenntnis des Patienten vom Behandlungsfehler beginnt die Verjährungsfrist wegen einer Haftung aus einer unsachgemäßen ärztlichen Behandlung zu laufen. Der Patient muss dafür die wesentlichen Umstände des Behandlungsverlaufs kennen und auch Kenntnis von solchen Tatsachen erlangen, aus denen sich für ihn als medizinischen Laien ergibt, dass der behandelnde Arzt von dem üblichen Vorgehen abgewichen ist oder Maßnahmen nicht getrof­fen hat, die nach dem ärztlichen Standard zur Vermeidung oder Beherrschung von Kompli­ka­tio­­nen erforderlich waren. Bei Schadensersatzansprüchen wegen Aufklärungsmängeln beginnt die Verjährung in der Regel nicht schon dann, wenn der nicht aufgeklärte Patient einen Schaden auf Grund der medizinischen Behandlung feststellt. Hinzutreten muss viel­mehr die Kenntnis, dass der Schaden nicht auf einem Behandlungsfehler beruht, sondern eine spezifische Komplikation der medizinischen Behandlung ist, über die der Patient hätte aufgeklärt werden müssen.