Indikation einer Augenlaserbehandlung statt Operation

OLG Hamm, Urteil vom 21.02.2014, Az.: 26 U 28/13

 

Die Indikationsvoraussetzungen vor einer Laserbehandlung an der Netzhaut hat der Augenarzt sicher abzuklären. Hierzu ist eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Die Unterlassung der gebotenen Abklärung kann als grober Behandlungsfehler betrachtet werden. Eine Laserbehandlung anstelle einer konservativen OP-Behandlung ist nur indiziert, wenn sichergestellt ist, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung gegeben sind. Bei der Gefahr von Blutauflagerungen, die die Beurteilung der Netzhaut verhinderten sowie der Möglichkeit einer Netzhautablösung, stellt eine dennoch durchgeführte Laserbehandlung einen groben Behandlungsfehler dar. Folge hieraus ist die Beweislastumkehr hinsichtlich der Kausalität zwischen Behandlungsfehler und einer nach dem Eingriff eingetreten Sehbehinderung.