Private Krankenversicherung: Aufklärungspflicht über Prämienerhöhungsrisiko bei fehlenden Altersrückstellungen

OLG Hamm, Urteil vom 24.06.2015, Az.: 20 U 116/13

Ein Kunde ist von einem Versicherungsmakler deutlich darüber zu beraten, welche Konsequenzen und Risiken der Wechsel eines bereits 56-Jährigen in die private Krankenversicherung hat. Das gilt insbesondere dann, wenn keine Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung gebildet werden konnten und der Versicherungsnehmer nur über eine kleine Rente verfügt. Wenn der Kunde danach fragt, was im Falle eines Unvermögens zur Beitragszahlung im Alter passieren würde, belegt, dass er sich im Hinblick auf seine geringe Altersversorgung nicht sicher ist, ob er den Wechsel in die private Krankenkasse vornehmen soll. Gerade dann ist der Makler verpflichtet, den Kunden auch auf die Gefahr hinzuweisen, dass Beitragsrückstände einen Wechsel in den Notlagentarif zur Folge haben könnten.