Sorgfaltspflichten eines Hausarztes bei Patient mit kontinuierlich steigendem PSA-Wert

OLG Koblenz, Beschluss vom 18.06.2015, Az.: 5 U 66/15

 

Die versäumte Überweisung zur weiteren Abklärung durch einen Facharzt (Urologe) stellt bei der Feststellung eines weiter gestiegenen erhöhten PSA-Wertes durch den Hausarzt (Internist) einen Befunderhebungsmangel und keinen therapeutischen Beratungsfehler des Hausarztes dar. Ein Facharzt für Innere Medizin kann aus fachmedizinischer Sicht seiner Pflicht zur Veranlassung der Erhebung von Kontrollbefunden genügen, indem er eine Weiterbehandlung durch einen Urologen in die Wege leitet. Es kann auch ausreichend sein, die Verweisung mündlich auszusprechen. Sieht der Bundesmantelvertrag (BMV-Ä) für die dortige Weiterbehandlung eine schriftliche Überweisung vor, indiziert deren Fehlen nicht, dass der Hausarzt die Aufforderung versäumt hat, einen Urologen aufzusuchen.