Einträge von Maximilian Vogel

Ärztliche Aufklärungspflichten bei einer kosmetischen Operation

OLG Dresden, Beschluss vom 08.10.2019, Az.: 4 U 1052/19 Bei einer kosmetischen Operation, die medizinisch nicht zwingend geboten ist, reicht eine umfassende Risikoaufklärung nicht aus. Vielmehr gehört es zur besonderen Verantwortung des Arztes, seinem Patienten das Für und Wider mit allen Konsequenzen und Alternativen schonungslos vor Augen zu führen. Dies betrifft nicht nur die Risiken […]

Aufklärungspflichten vor einer Kniegelenkspunktion

OLG Dresden, Beschluss vom 30.09.2019, Az.: 4 U 1291/19 Die Aufklärung über die Risiken des Eingriffs hat nur im Großen und Ganzen zu erfolgen. Insbesondere ist dabei nur über die wichtigsten Risiken des Eingriffs aufzuklären, die auch für die Lebensführung des Patienten besonders erhebliche Auswirkungen haben. Dass während einer Punktion jeweils unterschiedlich stark empfundene Schmerzen […]

Verharmlosung eines Morbus Sudeck als Aufklärungsmangel

OLG Dresden, Beschluss vom 02.10.2019, Az.: 4 U 1141/19 Es stellt einen Aufklärungsmangel dar, einen Morbus Sudeck als vegetative Reizerscheinung zu verharmlosen. Ein echter Entscheidungskonflikt des Patienten, der die Berufung des Arztes auf eine hypothetische Einwilligung ausschließt, kann dann ausscheiden, wenn der Pa­tient sich mehreren vorausgegangenen Eingriffen unterzogen hat, bei denen er über vergleich­bare Risiken […]

Arzthaftung bei verspäteter Behandlung von Durchblutungsstörungen

OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2019, Az.: 26 U 30/19 In der Gefäßchirurgie gilt der Grundsatz: Eine akute Ischämie (Gefäßverschluss) ist akut zu behandeln. Wird der Versuch einer Rekanalisierung der Arterie nicht rechtzeitig unternom­men, kann das als grober Behandlungsfehler zu werten sein. Das ist jedenfalls dann anzu­neh­men, wenn mit dem zögerlichem Verhalten dem Patienten die einzige […]

Anforderungen an ein psychiatrisches Gutachten zur Feststellung der Berufsunfähigkeit

OLG Dresden, Urteil vom 05.11.2019, Az.: 4 U 390/18 Ein psychiatrisches Gutachten zur Feststellung der Berufsunfähigkeit genügt den Anfor­de­run­gen nicht, wenn es lediglich auf ärztliche Zeugnisse Bezug nimmt, die allein die Angaben des Versicherungsnehmers referieren. Dem Gutachten muss sich in jedem Fall die einge­hen­de Exploration des Patienten und eine kritische Überprüfung der Beschwerdeschilderung entnehmen lassen.

Kein Anspruch auf Merkzeichen „aG“ bei mangelndem mobilitätsbezogenem GdB von mindestens 80

SG Osnabrück, Urteil vom 18.12.2019, Az.: S 30 SB 543/17 Das SG Osnabrück hat entschieden, dass ein Anspruch auf Feststellung des Merkzeichens „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung) nicht besteht, wenn kein mobilitätsbezogener Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 80 besteht. Dies gelte auch, wenn das Merkzeichen begehrt werde, um eine Gangunsicherheit oder Stürze zu vermeiden, so das […]

Voraussetzungen eines befristeten Anerkenntnisses in der Berufsunfähigkeitsversicherung

BGH, Urteil vom 09.10.2019, Az.: IV ZR 235/18 Ein befristetes Anerkenntnis in der Berufsunfähigkeitsversicherung setzt sowohl das Vorliegen eines sachlichen Grundes als auch eine Begründung der Befristung durch den Versicherer gegenüber dem Versicherungsnehmer voraus. Sachverhalt: Der Kläger verlangt von der Beklagten weitere Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsver­sicherung, die er als selbständiger Betreuer von PC-Netzwerken mit der […]

Überweisungspflicht Allgemeinarzt bei einem Patienten mit gerötetem Auge

OLG Dresden, Beschluss vom 04.06.2019, Az.: 4 U 506/19 Die Frage, welche Maßnahmen ein Arzt ergreifen muss, richtet sich immer nach der berufs­fachlichen Sicht seines Fachbereichs unter Berücksichtigung der in seinem Fachbereich vorausgesetzten Kenntnisse und Fähigkeiten in der jeweiligen Behandlungssituation. Der Allgemeinarzt ist verpflichtet, den Patienten, soweit erforderlich, einer fachärztlichen Behand­lung zuzuführen. Stellt sich ein […]

Einzuhaltender Facharztstandard bei Röntgenaufnahme des Thorax durch Pneumologen

LG Flensburg, Urteil vom 02.08.2019, Az.: 3 O 198/15 Die Durchführung und Befundung einer Röntgenaufnahme des Thorax gehört noch in das Fachgebiet eines niedergelassenen Pneumologen. Bei der Durchführung und Befundung einer Röntgenaufnahme des Thorax muss ein niedergelassener Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie deswegen den Standard seines Fachgebiets wahren, nicht den eines Radio­logen. Denn nur […]

500.000 Euro Schadenersatz für Geburtsschaden – verwechselter Herzschlag

OLG Oldenburg, Urteil vom 13.11.2019, Az.: 5 U 108/18 Das Mädchen hat als Folge einer Sauerstoffunterversorgung vor der Geburt einen schweren Hirnschaden erlitten; sie ist schwerstbehindert und wird Zeit ihres Lebens immer auf fremde Hilfe angewiesen sein. Zu der Schädigung war es gekommen, weil ca. 45 Minuten vor der Entbindung die Herzfrequenz des Kindes sehr […]